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| Die Bibliothek des Suermondt-Ludwig-Museums Aachen |
von Gabriela Borsch
Adresse:
Suermondt-Ludwig-Museum Präsenzbibliothek
Wilhelmstr. 18
52070 Aachen
Tel.: (02 41) 4 79 80-27
Fax: (02 41) 3 70 75
Öffnungszeiten:
Dienstag-Donnerstag: 12 - 17 Uhr
Freitag: 12 - 14 Uhr
Träger der Museen der Stadt Aachen: Stadt
Aachen, Träger der Bibliothek: Museen der Stadt Aachen,
darunter als großtes das Suermondt-Ludwig-Museum, in
dem die Bibliothek räumlich untergebracht ist
Typ: Museumsbibliothek, Kunstspezialbibliothek
Sammelschwerpunkte: orientieren sich
naturgemäß an den Beständen und Aufgaben des Museums,
d. h. ausgebaute Bestände zur gotischen Malerei und
Skulptur und zur holländischen und flämischen Malerei
des 17. Jahrhunderts, Künstlermonographie, Graphik.
Lokale Ansiedlung innerhalb der
Trägerinstitution: Im wunderschönen Altbau des
Suermondt-Ludwig-Museums, direkt am Eingang
Bestand: ca. 50.000 Bücher, Ausstellungskataloge und Periodica zur
kostenlosen Präsenzbenutzung (Kopierer vorhanden).
Nutzer der Bibliothek: MitarbeiterInnen
der Museen, Besucher der Museen, sonstige Interessierte
(Studenten, Schüler, Lehrer, Aachener Bürger, externe
Anfragen)
Personal: eine Stelle, besetzt mit einer
Diplom-Bibliothekarin. Beruflicher Werdegang: Studium
Bibliothekswesen an der FH Köln, Abschluß 1988, Arbeit
im Buchhandel u. a., 1990 - 1994 Öffentliche Bibliothek
Aachen, 1994 ff Bibliothek der Museen der Stadt Aachen,
d. h. vornehmlich des Suermondt-Ludwig-Museums
Etat: 1999: 4500 DM Buchetat. Für den
ausgedehnten Tausch mit ca. 300 Museen in der ganzen Welt
stehen die hauseigenen Kataloge zur Verfügung.
Organisatorische Besonderheit:
- OPL (Nachteile s. u.)
- Präsenzbibliothek mit Kopiermöglichkeit
- die Bibliothek hat die Aufgabe, die MitarbeiterInnen
des Museum (Kunsthistoriker, Restauratoren,
Museumspädagogen) in ihrer Arbeit (wissenschaftliche
Bearbeitung und Bewahrung der Sammlung; Vorbereitung von
Ausstellungen, Katalogen, Führungen, Exkursionen,
Vorträgen, Lehrveranstaltungen an der RWTH Aachen) zu
unterstützen. D. h. der Bestandsaufbau richtet sich nach
diesen Aufgaben. Sonstige Leser sind gern gesehen, ihre
Wünsche haben aber keinen Einfluß auf den
Bestandsaufbau.
Geschichte der Trägerinstitution und der
Bibliothek:
- 1877 Gründung des Aachener Museumsvereins
- 1880 Vermächtnis einer umfangreichen
kunstwissenschaftlichen Privatbibliothek an den
Museumsverein
- 1883 Eröffnung als Suermondt-Museum, hervorgegangen
aus der Sammlung des Aachener Museumsvereins - 1900
Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Lesezimmers
- 1901 Umzug in das heutige Haus "Villa
Cassalette"
- 1904 Beginn des Schriftentausches
- 1994 Neueröffnung von Museum und Bibliothek in dem
umgebauten und erweiterten Stammhaus, was für die
Bibliothek bedeutet:
- neue, großzügige und wunderschöne Räume
- eine hauptamtliche Bibliothekarin
- erweiterte Öffnungszeiten
- explizites Selbstverständnis als Dienstleistung auch
für die Öffentlichkeit
Arbeitsvorgänge:
1. Aufarbeitung der vorhandenen Bestände
Da erstmalig 1994 eine Bibliothekarin zur Betreuung der
mehr als hundert Jahre alten Bibliothek eingestellt
wurde, war vordringlichste Aufgabe die Erfassung und
Erschließung der vorhandenen Bestände, von denen nur
etwa ein Drittel in Zettel-Katalogen (AK, SyK)
nachgewiesen waren. D. h. bei den erfaßten Büchern
wurden Bestand und Kataloge verglichen und die
Richtigkeit der Systematisierung überprüft. Die
nichterfaßten Bücher wurden systematisiert und sind
jetzt zumindest schon mal durch die Aufstellung
erschlossen. Die vorhandenen Systematik wurde anhand der
Bestände und im Vergleich mit anderen Systematiken
erweitert und angepaßt. Zeitschriften, Jahrbücher,
Bulletins, Auktionskataloge, Galeriekataloge wurden
gesichtet und erfaßt, lückenhafte Jahrgänge nach
Möglichkeit ergänzt. Sämtliche (hoffentlich)
Handapparate der MitarbeiterInnen wurden erfaßt.
2. Laufende Arbeiten:
Bestandsaufbau:
- Kauf: Die Sichtung ist angesichts des Fehlens von
Besprechungsorganen komplizierter und aufwendiger als in
Öffentlichen Bibliotheken. Anhand von thematischen
Abfragen des VLB, Verlagsprogrammen, Antiquariatslisten,
Besuchen in den Antiquariaten und Buchhandlungen der
Stadt versuche ich, mir einen Überblick über den
Buchmarkt zu verschaffen. Die Kaufentscheidung ist
angesichts des geringen Etats und der hohen
Durchschnittspreise bei Kunstliteratur bekanntlich
schwieriger. Neue Medien werden angesichts des geringen
Etats und des Bestandsaufbau-Schwerpunktes noch wenig
angeschafft.
- Tausch: Die bestehenden Tauschbeziehungen wurden
gesichtet, hinterfragt und verschiedenen, regelmäßigen
Tauschverfahren (Tausch nach Listen, nach bestimmtem
Sammelprofil u. a.) zugeordnet. Mit Museen, deren
Angebotsspektrum unsere Sammelschwerpunkte im allgemeinen
nicht beinhaltet, wurde der regelmäßige Tausch beendet
und ein Tausch auf spezielle Anfrage vereinbart. Neue
Tauschbeziehungen wurden hergestellt. Zur
Lückenergänzung wurden alle Tauschpartner um ihre
Backlists gebeten. Durch Beobachtung von
Ausstellungshinweisen aus Zeitungen, Plakaten u.ä. wurde
die gezielte Einzelanfrage intensiviert.
Bestandsabbau:
Wie immer bei geisteswissenschaftlichen Fächern wenig,
was bald zu Platzproblemen führen wird, ohne daß eine
Lösung in Sicht ist.
Bestandserschließung: Retrospektiv und laufend in
EDV: AK, SyK, SWK. Recherchierbar sind die Bestände
innerhalb eines regionalen Verbundes der Öffentlichen
Bibliotheken im Raum Aachen und im diesem Rahmen bald
auch im Internet.
Bestandsvermittlung: Da nur etwa ein Drittel des
Bestandes in Katalogen überhaupt irgendwie erfaßt ist,
ist das Gedächtnis der Bibliothekarin wieder gefragt.
Bestandspflege: Buchbindersendungen. Kleine
Pflegearbeiten werden selber erledigt.
Öffentlichkeitsarbeit:
noch wenig:
- Verteilung von Flyern in den anderen Bibliotheken der
Stadt
- persönliche Kontakte mit den anderen BibliothekarInnen
der Stadt
- Katalogisierung im Verbund als gute Möglichkeit, den
Lesern der anderen Öffentlichen Bibliotheken im Raum
Aachen die eigenen Bestände bekannt zu machen Hier
wünschte ich mir dringend Fortbildungen, da ich nur
wenig weiß, was alles möglich ist!
Sonderdienste für die MitarbeiterInnen:
- Neuerscheinungslisten
- Rundläufe der Zeitschriften- und
Jahrbuchinhaltsverzeichnisse
- Zusammenstellung von Handapparaten
- Sonderwünsche im Schriftentausch
- ab und zu kleine Ausstellungen
- Sonderaufgaben (z. B. bei Schimmel im Keller,
Vorbereitung von Bücherbazaren, Umräumarbeiten etc.)
EDV: Bibliothekssoftware Libero;
Textverarbeitung WP 6.1; Internetzugang; CD-ROM-Laufwerk
Sponsoren: immer wieder zum Teil große
Schenkungen von Büchern
Bibliothekskommission: keine
Vorteile der Arbeit als OPL:
- sehr vielseitig, nie eintönig oder unterfordernd, viel
Eigeninitiative möglich (und nötig)
- die "eigene" Bibliothek ganz selbst
gestalten, d. h. Strukturen nicht nur vorfinden, sondern
auch selbst "erfinden", Pionierarbeit
Nachteile der Arbeit als OPL:
- keine Vertretung bei Urlaub/Krankheit/Fortbildung (d.
h. Leser reisen umsonst an; Kollegen richten derweil
Chaos an; die Arbeit bleibt liegen)
- wenig Austausch mit FachkollegInnen
- Isolation als einzige Bibliothekarin unter
KunsthistorikerInnen (die z. T. noch immer wenig
Verständnis für die in einer Bibliothek notwendigen
Abläufe haben)
- manchmal zu viel Arbeit für eine Person Leitbild: ich
habe 1997 für mich eine Zielvorstellung formuliert, wo
ich in 10 Jahren mit meiner Bibliothek sein möchte:
Bestandsaufbau: Ich möchte, soweit Etat und
Tausch es erlauben, in unseren Bestandsschwerpunkten
(Gotische Kunst; holländische und flämische Malerei des
17. Jhd.; Künstler, die in unserem Museum vertreten
sind; Graphik; Kunst in Aachen) Lücken durch
antiquarische Suche geschlossen und Neuerscheinungen
erworben haben, um den KollegInnen und der
Öffentlichkeit eine in ihrem Bereich möglichst
vollständige Spezialbibliothek anzubieten, deren klares
Profil bekannt ist, so dass man weiß, wann man die
Bibliothek mit guten Erfolgsaussichten kontaktiert
Bestandserschließung: Ich möchte bis dahin
so viele Bücher wie möglich in unseren Verbundskatalog
eingegeben (inklusive Verschlagwortung) haben, so dass
durch Verbund und Internet der Bekanntschaftsgrad der
Bibliothek immer besser wird.
Bestandsvermittlung: Zusätzlich zur
Vermittlung der eigenen Bestände möchte ich über
Internet und CD-ROM etc. ein gewisses Maß an
Weitervermittlung von Anfragen leisten können.
Öffentlichkeitsarbeit: Verbessern, damit
unsere Dienstleistung Bibliothek bekannter wird in der
Bevölkerung.
Durch Fortbildungen möchte ich mir einen Blick
für Lücken und Möglichkeiten "meiner"
Bibliothek erhalten.
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