schriftzug


 


Die Bibliothek des Händel-Hauses in Halle

von Gabriela Borsch

Adresse:
Kleine Marktstraße 5
06108 Halle

Postanschrift:
Große Nikolaistraße 5
06108 Halle

Tel.: (0345) 50090-253 oder -254
Fax: (0345) 50090-411

E-Mail: haendelhaus-bibliothek@halle.de

Die Bibliothek des Händel-Hauses ist eine Abteilung des Musikmuseums der Stadt Halle (Saale), des Händel-Hauses. Kern des Museums ist das Geburtshaus des Komponisten Georg-Friedrich Händel (1685-1759); weitere benachbarte alte wie neue Gebäude sind einbezogen. Die Bibliothek befindet sich in einem Neubau, zusammen mit den Instituten für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Musikbibliothek der Stadt Halle. Die Bibliothek des Händel-Hauses, die Institutsbibliothek und die Musikbibliothek der Stadt sind um einen gemeinsamen Lesesaal herum angeordnet.

Genau genommen handelt es sich bei der Bibliothek des Händel-Hauses nicht um eine OPL. Neben einem Diplom-Bibliothekar sind zwei weitere Mitarbeiter des Museums mehr oder weniger stark in die Arbeit in der Bibliothek eingebunden. Dadurch werden z. B. durchgehende Öffnungszeiten über das ganze Jahr ermöglicht.

Sammelgebiete und Zielgruppen
Die Sammelgebiete der Bibliothek richten sich nach den drei Themenbereichen des Museums: Händels Leben und Werk, die hallische Musikgeschichte und Musikinstrumentenkunde. Zu jedem der drei Gebiete gibt es im Händel-Haus eine Dauerausstellung. Die beiden erstgenannten Gebiete sollen nach Möglichkeit vollständig gesammelt werden.

Die Hauptzielgruppen der Bibliothek sind die Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen des Händel-Hauses. Dazu gehören z. B. die Musikinstrumenten-Restaurierungswerkstatt, die Museumspädagogik und die Direktion der jährlich stattfindenden Händel-Festspiele. Hinzu kommen die zur Universität gehörende, aber im Händel-Haus untergebrachte Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe (Kassel, 1958 ff.; Gesamtausgabe der Werke Händels), aber auch Benutzer von außerhalb: Hier sind Studenten und Mitarbeiter der Musikinstitute der Universität zu nennen, Einwohner der Stadt und Musikwissenschaftler, die z. B. zu den Konferenzen des Händel-Hauses von außerhalb anreisen. Letztendlich steht die Bibliothek aber auch allen anderen interessierten Personen offen.

Bestände
Die Bestände der Bibliothek setzen sich zusammen aus Büchern und Zeitschriften (aktuelle und ältere Fachliteratur zu den genannten Themenbereichen), Notenausgaben und Tonträgern. Letztere umfassen nicht nur CDs und DVDs, sondern auch eine umfangreiche Sammlung von Schallplatten sowie Tonbändern. Einen guten Anteil machen aktuelle und historische Aufnahmen von Händel-Werken aus. Zahlreiche alte Drucke, v. a. musiktheoretische Schriften und Notendrucke des 18. - 19. Jahrhunderts dienen als Quellen für die Forschung und bieten Material, das in den Ausstellungen des Museums gezeigt werden kann. Um beschädigte alte Drucke restaurieren lassen zu können, wird für die Übernahme von Buchpatenschaften geworben (www.haendelhaus.de/bibliothek/buchpaten.pdf).

Briefe oder Notenhandschriften von Händel besitzt die Bibliothek nicht - diese befinden sich größtenteils in der British Library in London. Jedoch sind Nachlässe oder einzelne Autographen von anderen hallischen Musikern vorhanden. Hier seien z. B. Samuel Scheidt (1587-1654), Daniel Gottlob Türk (1750-1813), Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), Carl Loewe (1796-1869), Robert Franz (1815-1892) und Hans Stieber (1886-1969) genannt. Auch ein guter Teil des Nachlasses von Friedrich Chrysander (1826-1901), dem bedeutendsten Händel-Forscher des 19. Jahrhunderts, wird hier aufbewahrt. Schließlich ist das Archiv des Komponistenverbands Halle-Magdeburg zu erwähnen: Es handelt sich um einen einzigartigen Bestand zur Musikkultur der DDR, der ca. 300 Archivmappen, mehr als 300 Tonbänder, z. T. mit seltenen Live-Mitschnitten, sowie einer Sammlung gedruckter Noten aus einem Zeitraum von ca. 1950-1990 umfasst.

Die Fotosammlung (Papierabzüge, Dias und Digitalisate) umfasst vorrangig Reproduktionen von den Sammlungsbeständen des Museums und Fotografien von Ereignissen und Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Händel-Haus und den Festspielen. Sie dient z. B. der Bereitstellung von Abbildungen für Publikationen. Bei Bedarf können Digitalisate angefertigt werden, sowohl von den Fotos als auch direkt von den historischen Bibliotheksbeständen.

Vervollständigt wird der Bestand durch weitere Materialien wie Plakate, Programmhefte, Zeitungsausschnitte usw., die laufend gesammelt und archiviert werden.

Erschließung der Bestände, Nachweis im Internet, Fernleihe
Die Bücher, Tonträger und Noten sind inzwischen vollständig im elektronischen Katalog (allegro) erfasst. Der elektronische Katalog ist im Internet zu finden: die Datensätze werden ein- oder zweimal im Jahr in den regionalen Brise-Verbund (www.briseinfo.de) übernommen. Auch einen OPAC kann die Bibliothek über Brise anbieten (www.briseinfo.de/opac-haendelhaus). Die neuerworbenen Bücher werden außerdem auch an den Zentralkatalog Sachsen-Anhalt gemeldet, so dass diese Bestände über den GBV nachgewiesen sind. Die Zeitschriftenbestände werden direkt an die ZDB gemeldet.

Über den Brise-Verbund nimmt die Bibliothek aktiv und passiv an der Fernleihe teil. Die elektronische Fernleih-Funktion von Brise ermöglicht hier eine schnelle und unbürokratische Abwicklung. An die überregionale Fernleihe ist die Händel-Haus-Bibliothek indirekt über eine Leitbibliothek, die Universitäts- und Landesbibliothek Halle, angebunden.

Die Autographen und Nachlässe sind bisher nur teilweise erschlossen: Handschriften älteren Erwerbungsdatums sind in einem gedruckten Katalog nachgewiesen (Katalog zu den Sammlungen des Händel-Hauses in Halle. 1. Teil: Handschriftensammlung. - Halle an der Saale, 1961). Autographen, die später erworben wurden, werden in einer Datenbank erfasst. Eine hausinterne Datenbank für die Fotosammlung befindet sich im Aufbau.

Alle relevanten Informationen über die Bibliothek des Händel-Hauses finden sich auch auf der Webseite www.haendelhaus.de/bibliothek/bibliothek.html.

Stand: Januar 2007

drucken_icon Pfeil

Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS! letzte Aktualisierung: 15. Mai 2007
Inhalt und Design: Projekt "Forum Spezialbibliothek"