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| Die Stiftung "Museum Schloss Moyland - Sammlung van der Grinten - Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen" |
von Andrea Joosten
Stiftung "Museum Schloss Moyland - Sammlung van der
Grinten - Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen"
Postfach 1259
47548 Bedburg-Hau
Tel.: (02 82 4) 95 10-27 (Museumsbibliothek)
(02 82 4) 95 10-28
(Joseph Beuys Archiv)
Fax: (02 82 4) 95 10-98 (Museumsbibliothek)
(02 8 24) 95 10-98
(Joseph Beuys Archiv)
E-Mail: bibliothek@moyland.de
oder arntz@moyland.de
Die Stiftung "Museum Schloss Moyland -
Sammlung van der Grinten - Joseph Beuys Archiv des Landes
Nordrhein-Westfalen" - so der offizielle Name -
wurde 1990 gegründet und basiert auf der Stiftung des
Schlosses Moyland von der Familie des Barons Adrian von
Steengracht und der Stiftung der vielfältigen
Privatsammlung der Brüder Hans und Franz Joseph van der
Grinten. Diese Sammlung, die aus ca. 60.000 Kunstwerken
vom Ende des 18. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen
Kunst besteht, bildet den Grundstock des Museums. Zu
nennen sind insbesondere die ca. 4.000 Werke des
Künstlers Joseph Beuys, dem in der ständigen
Ausstellung im Schloß eine eigene Etage gewidmet ist.
Finanziert wird die Stiftung zu 80% vom Land
Nordrhein-Westfalen, zu 10% vom Förderverein
"Museum Schloss Moyland", zu 8% vom Kreis Kleve
und zu 2% von der Gemeinde Bedburg-Hau.
Eingebunden in die Stiftung ist die Abteilung
"Archiv, Bibliothek und Forschung", deren
Leiter Dr. Ron Manheim, ein Kunsthistoriker ist.
Das Joseph Beuys Archiv wurde am 10. Juli 1990 als eine
Stiftung gegründet und ist seit 1992 als "Institut
an der Kunstakademie Düsseldorf" vertraglich mit
der früheren Wirkungsstätte von Joseph Beuys verbunden.
Als wissenschaftliches Personenarchiv liegt seine Aufgabe
im Bewahren, Erschließen und der Präsentation seiner
Bestände sowie dem Sammeln neuer Archivalien, die sich
auf Joseph Beuys und sein Umfeld beziehen.
Der Bestand des Joseph Beuys Archivs spiegelt sich in den
einzelnen Archivbereichen wider. Hier gibt es eine große
Zeitungsausschnittssammlung (JBA-Z), eine
Drucksachensammlung (JBA-D), eine Rubrik mit Briefen vor
allem an Joseph Beuys (JBA-B), eine Abteilung mit
Handschriftlichem (JBA-M), einige Audio-visuelle Medien
(JBA-AV) und einen Bereich für alles Sonstige (JBA-X).
Das Archiv bemüht sich, die Aktualität seines Bestandes
zu wahren und ständig über den neuesten Kenntnisstand
informiert zu sein. Zu diesem Zweck werden weltweit alle
Institutionen angeschrieben, die sich in irgendeiner
Weise mit Joseph Beuys beschäftigen, sie es bei der
Organisation einer Ausstellung oder der Veranstaltung
eines Symposiums. Die laufende Vervollständigung des
Archivbestandes ist wichtig, am wertvollsten jedoch ist
ohne Zweifel der Altbestand an Archivalien. Joseph Beuys
sagte über sich selbst, er wäre sicherlich ein
leidenschaftlicher Sammler, wenn man beim Sammeln nicht
auch verwahren müsste. Somit gab er von 1967 an alle
gesammelten Materialien an die Brüder van der Grinten
ab. Dies war die eigentliche Geburtsstunde des Archivs.
Die von Beuys selbst gesammelten Archivalien machen den
großen Teil des ca. 100.000 schriftliche Dokumente
umfassenden Grundbestandes aus. Dieser wurde von Hans und
Franz Joseph van der Grinten mit zahlreichen
schriftlichen Zeugnissen aus den frühen Jahren der
Freundschaft und auch nach dem Tod des Künstlers mit
aktuellen Materialien ergänzt.
Im Bestand des Joseph Beuys Archivs befindet sich zudem
eine Bibliothek mit über 3.000 Monographien,
Ausstellungskatalogen, Hochschulschriften und zahlreichen
Zeitschriften. Auch diese Medien, in vielen verschiedenen
Sprachen, stammen zu einem großen Teil von Joseph Beuys
selbst - gut zu erkennen an seinen handschriftlichen
Markierungen.
Die Auswertung der Archivbestände erfolgt in den
Dokumentationsbereichen. Erarbeitet werden ein
ausführliches Werkverzeichnis (JB-W), eine Bibliographie
(JB-B), die nicht nur die Medien an sich, sondern auch
die in ihnen enthaltenen Beiträge umfaßt. Daneben gibt
es ein Ausstellungsverzeichnis (JB-A), ein
Fotoverzeichnis zum Leben von Joseph Beuys (JB-F), einen
Lebenslauf (JB-L) sowie ein Personenverzeichnis (JB-P),
das das Umfeld des Künstlers verzeichnet.
Das Joseph Beuys Archiv ist für jeden Interessierten
innerhalb der Öffnungszeiten (Mo 10.00 - 12.30 und 13.00
- 16.30 Uhr, Mi und Do 10.00 - 12.30 Uhr) zugänglich.
Eine Voranmeldung ist sinnvoll. Das Joseph Beuys Archiv
beantwortet ebenso telefonische und schriftliche
Anfragen.
Im Joseph Beuys Archiv arbeiten zur Zeit 1 1/3
Archivmitarbeiter (verteilt auf 3 Personen) und 1/2
Bibliothekarin und Dokumentarin.
Die Museumsbibliothek
Die Museumsbibliothek, die größte Spezialbibliothek zur
Kunst am unteren Niederrhein, umfaßt mehr als 60.000
Medieneinheiten. Daneben besitzt sie eine umfangreiche
Sammlung von Drucksachen und Zeitungsausschnitten. Der
Bibliothek angegliedert ist zudem ein Archiv zu
Künstlerinnen und Künstlern, die mit Arbeiten in der
Sammlung vertreten sind oder in engem Kontakt zu den
Sammlern Hans und Franz Joseph van der Grinten stehen.
Den Grundbestand der Bibliothek bilden die ca. 40.000
Bücher und Zeitschriften, die von den beiden Sammlern in
die Stiftung eingebracht wurden. Diese Publikationen
wurden zunächst nach einer Systematik geordnet, die
speziell für diese besondere Bibliothek entwickelt
wurde. Der jährliche Zuwachs liegt bei ungefähr 2.000
Medieneinheiten. Allein durch den internationalen
Schriftentausch, der mit mehr als hundert Partnern
regelmäßig betrieben wird, können wertvolle Kataloge
in die Bibliothek eingegliedert werden. Erwähnenswert
sind in diesem Zusammenhang auch einige Nachlässe, die
die Museumsbibliothek in den vergangenen Jahren erhielt.
Die Sammelschwerpunkte liegen gemäß der Kunstsammlung
des Museums in der bildenden und angewandten Kunst des
19. und 20. Jahrhunderts. Die Themen sind genauso
vielfältig wie die Kunstwerke im Museum Schloss Moyland.
Das Werk der mit den Sammlern befreundeten Künstlerinnen
und Künstler ist durch Monographien und
Ausstellungskataloge breit dokumentiert. Widmungen und
Namenseinträge lassen viele Bände zu einem besonderen
Zeugnis intensiver Sammelleidenschaft werden. Einen
weiteren Sammelschwerpunkt umfaßt die Literatur zur
Kunst- und Kulturgeschichte des unteren Niederrheins.
Die Museumsbibliothek ist innerhalb der Öffnungszeiten
(Di 10.00 - 12.30 und 13.00 - 16.30 Uhr, Mi und Do 13.00
- 16.30 Uhr, Fr 10.00 - 12.30 Uhr) für jeden frei
zugänglich - nach vorheriger Anmeldung auch ohne
Museumseintritt. Den Mitarbeitern der Stiftung dient sie
als Arbeitsbibliothek. Als Forschungsbibliothek steht sie
dem interessierten Laien genauso zur Verfügung wie dem
Journalisten, dem Kunsthistoriker, dem Schüler, dem
Studenten etc. Die Museumsbibliothek ist eine
Magazinbibliothek und als Präsenzbibliothek zu nutzen.
Für die Besucher befindet sich im Leseraum ein
Handapparat mit weiterführender Literatur zum Museum und
zu den aktuellen Wechselausstellungen. Für Schulklassen
und Gruppen werden thematische Medienpakete
zusammengestellt, die in Zusammenarbeit mit der
museumspädagogischen Abteilung genutzt werden können.
Die Museumsbibliothek beantwortet ebenso telephonische
und schriftliche Anfragen.
In der Museumsbibliothek arbeiten zur Zeit 1/2
Bibliothekarin und 1/2 Bibliotheksassistentin. Über 25
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen in
den Bereichen der buchtechnischen Bearbeitung des
Bestandes, der Regalordnung und bei der Einarbeitung der
Drucksachen und Zeitungsartikel mit.
Auch wenn sie räumlich voneinander getrennt sind, sind
das Joseph Beuys Archiv und die Museumsbibliothek eng
miteinander verknüpft, was sich nicht nur darin
widerspiegelt, daß sie organisatorisch in einer
Abteilung der Stiftung vereint sind. So gibt es
beispielsweise nur einen Etat für beide Bereiche, der
zur Zeit bei 20.000 DM liegt. Gerade im Bestandsaufbau
zeigen sich die Überschneidungen. Medien, in denen
Joseph Beuys neben vielen anderen Künstlern oder Themen
erwähnt oder behandelt wird, werden zunächst für die
Bibliothek angeschafft und im Joseph Beuys Archiv in
Kopien der entsprechenden Stellen zur Verfügung
gestellt.
Letztlich realisierbar ist die gesamte Vernetzung von
Joseph Beuys Archiv und der Museumsbibliothek nur
deshalb, weil ich als Bibliothekarin und Dokumentarin
jeweils halbtags im Archiv und in der Bibliothek arbeite.
Beide Bereiche habe ich von 1992 an mitaufgebaut - eine
spannende Aufgabe, insbesondere für eine
Berufsanfängerin, die gerade ihr Diplom an der
Fachhochschule für das Öffentliche Bibliothekswesen
Bonn gemacht hat. An meiner Arbeit als OPL gefällt mir
besonders die Vielseitigkeit und die
Entscheidungsmöglichkeiten. Schließlich ist man für
alle fachlichen Aufgaben zuständig - vom Katalogisieren
über den Kundendienst bis hin zum Management. Viele
Anregungen finde ich für meine Arbeit in der
amerikanischen und deutschen Fachliteratur.
So versuche ich aus dem Joseph Beuys Archiv und der
Museumsbibliothek eine fachliche
Informationsvermittlungsstelle zu machen.
Kundenfreundlichkeit und Service ist also erstes Gebot,
was sich auch auf die Gesamtorganisation auswirkt.
Zahlreiche Denkanstöße und praktische Hinweise erhalte
ich aus den Gesprächen in der OPL-Multiplikatorenrunde
des DBI, deren Mitglied ich bin, durch meine Tätigkeit
als OPL-Ansprechpartnerin der Arbeitsgemeinschaft der
Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), durch
Fortbildungsveranstaltungen und nicht zuletzt bei der
Vorbereitung zu und bei den Diskussionen mit Studentinnen
und Studenten, mit Kolleginnen und Kollegen nach
gehaltenen Vorträgen zum Thema. Beispielsweise führte
ich im vergangenen und in diesem Jahr bei zwei
unterschiedlichen Kundengruppen eine Umfrage zum Image
der Museumsbibliothek durch.
Da sich sowohl das Joseph Beuys Archiv als auch die
Museumsbibliothek im Aufbau befinden, gibt es noch keine
festgefahrene Strukturen, die nur schwer durchbrochen
werden können. So wären in Moyland zahlreiche Projekte
für Praktikantinnen und Praktikanten (z. B. in der
Öffentlichkeitsarbeit, im Marketing, Im EDV-Bereich und
einiges mehr).
Gerade der EDV-Bereich ist zur Zeit in der Entwicklung.
Ganz im Sinne des 5. Rahmenprogramms der Europäischen
Union versuchen wir die Bereiche Archiv, Dokumentation
und Bibliothek in einen Katalog einzubringen. Bisher
wurden im Joseph Beuys Archiv und in der
Museumsdokumentation vorläufige Datenbanken in MS-ACCESS
geführt und für die Katalogisierung im Joseph Beuys
Archiv und in der Museumsbibliothek Allegro-C in der
Cappriccio-Version ( = eine spezielle Version speziell
für Kunstbibliotheken) eingesetzt. Im Jahr 2000 möchten
wir die Möglichkeiten eines gemeinsamen Kataloges in
Cuardra-STAR testen. Dem Kunden ist es schließlich egal,
woher er seine Informationen bekommt; die Hauptsache ist,
daß er Antwort auf seine Fragen erhält und dies
möglichst rasch.
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