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Fernleihe

Von Heike Jecht

Teilnahme am Deutschen Leihverkehr:
regionaler Leihverkehr
überregionaler Leihverkehr

Passive Nutzung des Deutschen Leihverkehrs

Kostenpflichtige Fernleih-Direktbestellungen bei Bibliotheken, Online-Ordering und Dokumentlieferdienste

Eigene Initiativen

Internationaler Leihverkehr

Teilnahme am Deutschen Leihverkehr

Der regionale Leihverkehr

Die aktive Teilnahme am deutschen Leihverkehr: die Spezialbibliothek erhält eine offizielle Leihverkehrs-Kennung (also Siegel) und wird in der Leihverkehrsliste für die Bundesrepublik geführt. Sie ist gebende und nehmende Bibliothek im Leihverkehr.

Der regionale Leihverkehr (also innerhalb einer Leihverkehrsregion) wird von den einzelnen Regionen verschieden gehandhabt. Es ist ein Bestellschein auf dem Namen des Kunden auszufüllen.
In einigen Verbundsystemen sind bereits schon Fernleihkomponenten integriert, mit denen die Literaturwünsche elektronisch übermittelt werden können, um die Erledigung zu beschleunigen. Informieren Sie sich über die zuständigen Leihverkehrsregionen und Bibliotheksverbünde im Angebot Zusammenschlüsse

Kann eine Bestellung nicht innerhalb einer Leihverkehrsregion erledigt werden, können Sie an den überregionalen deutschen Leihverkehr weitergeleitet werden.

Der überregionale Leihverkehr

Der überregionale deutsche Leihverkehr (sogenannte "rote Fernleihe") arbeitet mit den bekannten roten Fernleihscheinen. Die Kunden der Spezialbibliothek können die Leihscheine auf ihren Namen ausfüllen und dann direkt bei der Spezialbibliothek einreichen, wenn die gewünschte Literatur nicht vor Ort nachgewiesen werden kann. Eine Bestellung kostet um die 3 DM. Die Erledigungsdauer beträgt 3 - 6 Wochen.

Voraussetzung laut Leihverkehrsordnung (LVO) für die Teilnahme am Leihverkehr ist, dass die Spezialbibliothek über ausreichend fachlich qualifiziertes Personal verfügt, das eine sachgerechte Bearbeitung der Geschäftsgänge gewährleisten kann. Außerdem sollte die Spezialbibliothek einen Bestand besitzen, der für den Leihverkehr von Bedeutung sein sollte. Ebenfalls ist ein angemessener bibliographischer Apparat vonnöten.
Folgende Pflichten sind außerdem zu erfüllen, wenn Ihre Spezialbibliothek zum Leihverkehr zugelassen ist: die zügige und ordnungsgemäße Erledigung aller Bestellungen der anderen Bibliotheken, Bestandsnachweise in die Verbunddatenbanken und Gesamtverzeichnisse einzubringen und aktuell zu halten sowie eine Leihverkehrsstatistik zu führen.

Passive Nutzung des Deutschen Leihverkehrs

Eine andere Möglichkeit ist, wenn die Spezialbibliothek den deutschen Leihverkehr nur als Nutzerin wahrnimmt. Die Spezialbibliothek benutzt bei Literaturwünschen ihrer Kunden die Leihscheine einer nahe gelegenen anderen Bibliothek, die dem deutschen Leihverkehr angeschlossen ist. Die Spezialbibliothek muss sich dafür als Nutzerin bei dieser Bibliothek anmelden.
Die Spezialbibliothek bestellt die Literaturwünsche unter ihrem Namen und fungiert dann gegenüber der anderen Bibliothek als die Verantwortliche für die ausgeliehene Literatur. Für die Abholung und Rückgabe der Literatur ist ebenfalls die Spezialbibliothek zuständig. Kosten und Bearbeitungsdauer bleiben die gleichen.

Kostenpflichtige Fernleih-Direktbestellungen bei Bibliotheken, Online-Ordering und Dokumentlieferdienste

Kostenpflichtige Direktbestellungen werden von vielen gro§en Bibliotheken, z. B. den vier zentralen Fachbibliotheken oder Sondersammelgebietsbibliotheken angeboten. Pro Bestellung müssen Sie allerdings mit etwa 10 bis 20 DM rechnen. Es werden auch unbibliographische Bestellungen angenommen; die Bearbeitungsdauer beträgt höchstens eine Woche; man kann zwischen verschiedenen Lieferarten wählen. Ähnliche Konditionen bieten auch zahlreiche kommerzielle Dokumentlieferanten oder das Verfahren des Online-Orderings, z. B. über "DBI-Link".

Informieren Sie sich zu diesem Thema ausführlich in dem Angebot "Bibliotheksdienstleister" unter Dokumentlieferdienste.

Eigene Initiativen

Nutzen Sie die Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen vor Ort. Wenn sich in Ihrer Stadt eine Landes- oder Universitätsbibliothek oder eine andere grö§ere Bibliothek befindet, melden Sie sich als Nutzerin an. Recherchieren Sie,  bevor Sie sich für die zeitaufwendige teure Fernleihe entscheiden, in deren Katalogen und nutzen Sie ihren Zeitschriftenbestand und ihre Ortsleihe.

Wenn nicht schon vorhanden, bauen Sie sich ihr eigenes inoffizielles und zuverlässiges Leihverkehrsnetz, also so genannte "Leihringe" auf. Informieren Sie sich über andere Spezialbibliotheken, die einer ähnlichen Trägereinrichtung angehören und die über einen ähnlichen oder ergänzenden Bestand verfügt und knüpfen Sie Kontakt zu den Mitarbeitern dieser Bibliothek. Über Telefon können Sie so bei den anderen Spezialbibliotheken nach Literatur anfragen, und über Fax oder Boten kann die angefragte Literatur schnell und einfach empfangen werden.

Das Angebot Verzeichnisse von Spezialbibliotheken und anderen Informationseinrichtungen bietet Ihnen die Möglichkeit, nach Bibliotheken vergleichbarer Ausrichtung zu recherchieren.

Die Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken stellt au§erdem kostenlos Bestellscheine zur Verfügung ("ASpB- Leihscheine"), die für solche Leihringe zwischen Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen, die der ASpB angehören, benutzt werden können.
Basis dieser institutsübergreifenden Kooperationen sollte, wenn möglich, immer ein ausgewogenes Geben und Nehmen sein. Anfragen von anderen Bibliotheken und Informationseinrichtungen sollten also möglichst zügig und zuverlässig bearbeitet werden.

Internationaler Leihverkehr

Ist ein gesuchtes Medium aus anderen Bibliotheken nicht ausleihbar oder stammt der einzige Besitznachweis aus dem Ausland, kann auf den Internationalen Leihverkehr der  IFLA - International Federation of Library Associations and Institutions  zurückgegriffen werden.
Die Spezialbibliothek braucht in einem solchen Fall nur einen internationalen Leihverkehrsschein auf Ihren Namen auszufüllen. Sie kann ihn entweder gleich an die ausländische Bibliothek schicken, wenn ein konkreter Besitznachweis gefunden wurde oder an die nationale Zentralstelle der IFLA in Deutschland.
Für Deutschland ist dies:

Deutsches Bibliotheksinstitut
- Sekretariat des deutschen IFLA-Nationalkomittees -
Kurt-Schumacher-Damm 12-16
13405 Berlin
Tel.: (0 30) 4 10 34 - 4 64 oder  - 4 25
Fax: (0 30) 4 10 34 - 4 10 oder  - 1 00
E-Mail: albers@dbi-berlin.de

Der internationale Leihverkehrsschein kann über diese Stelle bezogen werden: 1 Block (100 Stück) für DM 16,-.
Dauer der Bearbeitung von Literaturbestellungen: ca. 1 - 3 Monate.

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